„Erzählen – ein Schatz für die Zukunft“

Das künstlerische Projekt „Erzählen – Ein Schatz für die Zukunft“  zur (Nachbar)Sprachförderung im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien geht in die nächste Runde  – KiTas und Horte können sich noch bis 15. März bewerben!

Der in Dresden ansässige und in ganz Sachsen tätige ERZÄHLRAUM e.V. schreibt als Träger zum 2. Mal das Projekt zur Begegnung mit der Nachbarsprache und zur Sprachförderung aus. Etabliert wurde es 2016 von der Netzwerkstelle Kulturelle Bildung im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien. Im Projekt besuchen drei erfahrene Erzählerteams, bestehend aus jeweils zwei professionellen Kulturpädagogen/-pädagoginnen, je zwei Kindertagesstätten (Kindergärten und Horte) und erzählen gemeinsam mit den Kindern vor Ort abenteuerliche und phantasievolle Geschichten. Das Ganze findet zweisprachig statt, entweder in deutsch-polnischer, deutsch-tschechischer oder deutsch-sorbischer Sprache. Eine Kindertagesstätte bildet dabei mit einem Erzählerteam eine sogenannte Erzählinsel. Wie das in der Praxis funktioniert, darüber berichteten wir in den vergangenen Jahren bereits in unserem Blog.

Interessierte Kindertagesstätten können sich bis 15. März 2020 bewerben.

Das Projekt, das auch in den vergangenen 4 Jahren mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie des Kulturraumes umgesetzt werden konnte, verfolgt das Ziel, das Defizit der mündlichen Weitergabe von Erlebnissen, Geschichten, Märchen, Mythen, Erfahrungen und Informationen aufzugreifen und den Kindern im frühen Kindesalter die verschiedenen Techniken des Erzählens altersgerecht zu vermitteln und zu üben. Dabei bezieht das Projekt die Mehrsprachigkeit des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien mit ein und bewirkt, dass Kinder sich schnell und auf spielerische Weise mit der deutschen, polnischen, tschechischen und sorbischen Sprache vertraut machen können. 

Weitere Informationen: www.erzaehlraum.de.

Eine neue Kita in der Rubrik: Kita des Monats

Auf unserer Nachbarsprachplattform stellen wir regelmäßig Kitas der sächsischen Grenzregionen vor, die sich auf den Weg zur “Nachbarsprache von Anfang an!“ gemacht haben. Aktuell berichtet die Kita Bergpiraten in Bad Muskau: „Eines der wesentlichsten Elemente ist das Kennenlernen der jeweiligen Kulturen und Traditionen der Region. Dies soll das gemeinsame Miteinander und ein gegenseitiges Grundverständnis prägen.“

Und dieses Ziel verfolgen die Bergpiraten schon seit vielen Jahren. Dazu fanden in den zurückliegenden Jahren viele Begegnungen mit der Partnerkita in Łęknica statt, bei denen gemeinsame Ausflüge gemacht wurden, in die Kinder sich kreativ einbrachten und genügend Zeit zum gemeinsamen Spielen blieb. Über die Jahre hinweg nutzte die Kita dazu vor allem die Förderung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW), über die sie Fahrtkosten, Sachkosten oder anderes finanzieren konnten. Informieren Sie sich gern auf https://www.nachbarsprachen-sachsen.eu/de/dpjw-foerderprogramm-kind-trifft-dziecko-dziecko-spotyka-kind.html ebenfalls zu dieser Förderung oder sprechen Sie die Mitarbeiterinnen in der LaNa an. Wir als Zentralstelle des DPJW begleiten Sie von der Antragstellung bis zur Abrechnung Ihrer deutsch-polnischen Begegnungen.

Außerdem können Sie aktuell in der Rubrik Kita des Monats von dem erfolgreichen Projekt „Grenzüberschreitende Meisterliga“ der Kita Bergpiraten lesen. Innerhalb dieses Projektes haben die Teilnehmer schon viel erreicht, bauen kontinuierlich über regelmäßige Begegnungen Barrieren ab und sorgen nebenbei auch dafür, dass die Nachbarsprache regelmäßiger Bestandteil des Kita-Alltags ist. Darüber hinaus finden Sie viele praktische Anregungen, die sich vielleicht auch für die nächsten Begegnungen mit Ihrer Kita eignen? 

Viel Spaß beim Stöbern wünscht Ihnen die Landesstelle Nachbarsprachen.  

Morgen, am 21.2., ist der Tag der Muttersprache!

Passend dazu möchten wir auf einen Beitrag des Sprachforschers Aria Adli hinweisen, der weiß, dass „kulturelle und sprachliche Vielfalt“ der Völkerverständigung dient. Gerade in der Grenzregion wird dies täglich bekräftigt, wenn über Grenzen hinweg Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Morgen, am 21.2., ist der Tag der Muttersprache! weiterlesen

Netzwerktreffen der Euroregionalen Kita-Netzwerke

Im März steht das Thema Finanzierung grenzüberschreitender Kita-Begegnungen im besonderen Fokus der beiden Euroregionalen Kita-Netzwerke* in der EUREGIO EGRENSIS (17.03.) und im Landkreis Görlitz (09.03.). Netzwerktreffen der Euroregionalen Kita-Netzwerke weiterlesen

9. Leipziger Frühjahrssymposium zum Thema Beobachtungen als Bildungsimpulse

Das Landeskompetenzzentrum zur Sprachförderung an Kindertageseinrichtungen Sachsen – LakoS und die Universität Leipzig laden am 03.04.2020 nach Leipzig ein. Unter dem Titel „Beobachtungen als Bildungsimpulse“ wird der Kreislauf aus Beobachten, Dokumentieren, Planen und Durchführen im Rahmen eines Inputvortrags und verschiedener praxisnaher Workshops sowie einer Podiumsdiskussion erfahrbar gemacht: 9. Leipziger Frühjahrssymposium zum Thema Beobachtungen als Bildungsimpulse weiterlesen

Tschechisches Sprachbad in der Kita? Lassen Sie sich inspirieren!

Erinnern Sie sich noch an den Begriff „Sprachbad“? TV Westsachsen hat zum Jahresende ein Video dazu veröffentlicht, sodass Sie nun ganz praktisch sehen können, was das Wort „Sprachbad“ meint und wie es konkret durch die tschechische Muttersprachlerin Pavlína Kellerová in vogtländischen Kitas umgesetzt wird. Tschechisches Sprachbad in der Kita? Lassen Sie sich inspirieren! weiterlesen

Sie benötigen noch finanzielle Unterstützung für die deutsch-polnische Begegnung mit Ihrer Partner-Kita?

Alle sächsischen Kitas, Familienzentren und Elterninitiativen können auch in diesem Jahr wieder Fahrtkosten oder Programmkosten für wunderschöne Erlebnisse mit dem polnischen Partner beantragen. Dass dies recht einfach und unbürokratisch funktionieren kann, lesen Sie hier: Sie benötigen noch finanzielle Unterstützung für die deutsch-polnische Begegnung mit Ihrer Partner-Kita? weiterlesen

Besichtigung des Sorbischen Museums mit Informationen auf Polnisch und Tschechisch

Für die Gäste des Sorbischen Museums in Bautzen besteht die Möglichkeit, die Dauerausstellung mit Hilfe eines Kinder-Videoguides in polnischer Sprache zu besichtigen. Vielleicht wollen Sie diese Möglichkeit mit Ihrer Partnerkita nutzen? Besichtigung des Sorbischen Museums mit Informationen auf Polnisch und Tschechisch weiterlesen

Ideen aus der Kita-Praxis für die Kita-Praxis in der sächsischen Grenzregion

In den letzten Jahren durfte die Landesstelle Nachbarsprachen auf dem Blog oder der Nachbarsprachplattform wunderschöne Beiträge von Kitas mit vielfältigen Anregungen für die nachbarsprachige Bildungsarbeit veröffentlichen. Impulse daraus haben wir aktuell in einem neuen Postkartenformat für Kitas gebündelt: Ideen aus der Kita-Praxis für die Kita-Praxis in der sächsischen Grenzregion weiterlesen

Broschüre „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“

Zu den Schwerpunkten des Bundesprogramms „Sprach-Kitas. Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ gehört unter anderem die alltagsintegrierte sprachliche Bildung. In diesem Rahmen entstand eine Broschüre, die in erster Linie für Fachkräfte, aber auch für interessierte Eltern, theoretische und praktische Tipps zur Umsetzung im Alltag bündelt.

Deutlich wird beim Lesen der Broschüre, dass jedes Projekt, jedes Thema und jede Situation im Kita-Alltag für die alltagsintegrierte Sprachförderung genutzt werden kann und sollte. Elemente aus der kindlichen Lebens- und Erfahrungswelt sind jederzeit der Ausgangspunkt für die Förderung. Im konkreten Beispiel der Kita Spatzennest Edelzell in Fulda wird deutlich, wie Projekte, im konkreten Fall ein Märchenprojekt, auch für die Sprachförderung ein voller Erfolg werden können.

Die Botschaft, dass alle Situationen im Kita-Alltag Gesprächsanlässe bieten, wird ganz praktisch auf Seite 22 beschrieben. Hier erhalten Fachkräfte konkrete Tipps für die Gestaltung einer wertschätzenden, offenen Essensituation, bei der alle Kinder kommunizieren dürfen und dazu ermutigt werden:

„Nutzen Sie das gemeinsame Tisch decken, um das Geschirr zu benennen und jede Tätigkeit mit Sprache zu begleiten. Während der Mahlzeit können Sie mit den Kindern ins Gespräch kommen über das, was sie gerade bewegt. Wenn alle Schüsseln zum Nachfüllen griffbereit stehen, muss niemand aufstehen. Das schafft eine angenehme und gemütliche Atmosphäre und die Gespräche werden nicht unterbrochen. Sie können die Tische auch so umstellen, dass größere Kinder alleine beieinandersitzen können. So entstehen echte kleine Tischgespräche, denn auch Kinder möchten sich mal ungestört unterhalten.“

Interviews mit Fachleuten wie der Fachberaterin Frauke Kähling-Deutschmann, dem Professor für Kleinkindpädagogik Prof. Dr. Wolfgang Tietze oder mit Petra Wagner, Direktorin des Institutes für den Situationsansatz und Leiterin der Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung, runden die Broschüre ebenso ab, wie Stimmen aus der Praxis und Beiträge zur Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder.

Die praxisnahe Broschüre  des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist online abrufbar unter www.nachbarsprachen-sachsen.eu/de/fachliteratur-fuer-kitas.html?searchquery=bundesprogramm#anc_5e2577b5b0dc7  oder beim Bundesministerium als Printmedium bestellbar.