Europäischer Austausch zur Nachbarsprachbildung in Kitas

Heute ist Europatag! Er wird alljährlich am 9. Mai für Frieden und Einheit in Europa begangen. Er markiert den Jahrestag der Schuman-Erklärung, in der Robert Schuman seine Idee für eine neue Form der politischen Zusammenarbeit in Europa vorstellte, die einen Krieg zwischen den Nationen Europas undenkbar machen sollte. War es eine Illusion statt einer Vision angesichts des aktuellen Kriegsgeschehens mitten in Europa?

Nachbarsprache von Anfang an!

Wir in der LaNa wollen mit unserer Arbeit zur Überwindung der immer noch vorhandenen sprachlichen und kulturellen Barrieren zu unseren Nachbarn einen Beitrag leisten, dass die Vision zur Wirklichkeit wird! Sprachenvielfalt als Schatz zu begreifen und bereits in der Kita Kinder an andere Sprachen und Kulturen heranzuführen, ihre Offenheit und Neugierde für Neues zu „füttern“ in der Begegnung und im gemeinsamen spielerischen Tun mit Kindern und Erwachsenen aus dem Nachbarland – das ist aus unserer Sicht die beste Prävention, um ein friedliches Miteinander, insbesondere auch an den Nahtstellen in den Grenzregionen, von Klein auf zu leben. Und wir wissen uns damit in einer europäischen Gemeinschaft vieler Gleichgesinnter auch in anderen Grenzregionen.

Fachlicher Austausch mit der Region Niederösterreich

Bereits seit längerem verbindet uns ein fachlicher Austausch mit Akteuren aus allen Euroregionen entlang der deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Grenze. Und wir weiten unseren Blick z. B. nach Österreich, wo wir mit der Abteilung Kindergärten des Landes Niederösterreich seit zwei Jahren zusammenarbeiten und im Fachaustausch voneinander lernen und profitieren.

Niederösterreich grenzt gleich an drei europäische Staaten: an Tschechien, Ungarn und die Slowakei. Und seit Jahren engagiert man sich dort in grenzüberschreitenden Interreg-Projekten für die Förderung des Nachbarspracherwerbs  bereits in den Kitas der Grenzregionen. Genauso wie bei unserem sächsisch-polnischen Interreg-Projekt „Groß und Klein gemeinsam“ brachten die letzten zwei Jahre durch die Corona-Pandemie auch dort viele neue Herausforderungen und Erkenntnisse und nicht nur im Rahmen der Projektarbeit waren Kreativität und lösungsorientiertes Handeln gefragt.

Genau um diese Erfahrungen soll es nun heute Nachmittag bei einem  grenzüberschreitenden und projektübergreifenden Online-Fachaustausch zwischen Institutionen aus gleich sechs europäischen Ländern (AT, CZ, SK, HU, DE, PL) gehen, den wir gemeinsam mit der Abteilung Kindergärten des Landes Niederösterreich anlässlich des heutigen Europatages vorbereitet haben. Gemeinsam wollen wir über unsere Projekte berichten, unsere Erfahrungen austauschen und Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen.

Wir freuen uns auf diesen wahrhaft europäischen Austausch, sind gespannt auf die Impulse aus anderen Grenzregionen und wir sind uns sicher: Das gemeinsame Engagement in Europa für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, für die Förderung der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Kompetenzen ist ein wichtiger Beitrag für ein friedliches Miteinander und eine friedliche Zukunft für uns alle – nicht nur am heutigen Europatag!

Beitragsfoto: GregMontani / pixabay

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