Fünf Nachbarsprachen am virtuellen Konferenz-Tisch

Frühe nachbarsprachige Bildung ab der Kita? Das gibt es nicht nur in den sächsischen Grenzregionen!  An vielen Ländergrenzen Europas gibt es Initiativen, die grenzüberschreitend arbeiten und die Heranführung an die Kultur und die Sprachen der Nachbarn von klein auf fördern – so auch in der Vier-Länder-Region Österreich-Ungarn-Slowakei-Tschechien. Mit- und voneinander lernen ist ein Schatz, den die LaNa gemeinsam mit den Kolleginnen aus Niederösterreich seit vergangenem Jahr zunehmend heben will.

Seit längerem sind gegenseitige Studienbesuche im Visier. Aber die Reisepläne liegen durch Corona seit einem Jahr auf Eis. Dafür gibt es aber seither regelmäßig Online-Fachaustausche. So ermöglichten z. B. die niederösterreichischen Kolleginnen bereits mehrfach  der LaNa und den beiden Muttersprachlerinnen der Euroregionalen Kita-Netzwerke Einblicke in die Begleitseminare, die sie für ihre 26 tschechischen, slowakischen und ungarischen Muttersprachlerinnen regelmäßig durchführen. Im Rahmen von gleich drei inhaltlich verknüpften Interreg-Projekten (A-CZ, A-SK und A-HU) wird deren Einsatz in Kitas der Grenzregion und deren fachliche Fortbildung finanziert. Kinder in rund 110 Kitas profitieren davon und werden auf diesem Weg an Sprache und Kultur ihres Nachbarlandes herangeführt.

Am vergangenen Donnerstag trafen sich nun erstmals das LaNa-Team und das an der Abteilung Schulen und Kindergärten der NÖ Landesregierung angesiedelte NÖ-Team, um sich auch über strategische Fragen der nachbarsprachigen Bildung in den Kitas und über Erfahrungen im Management grenzüberschreitender Bildungsprojekte auszutauschen. Am „virtuellen Videokonferenz-Tisch“ saßen damit deutsche, polnische, tschechische, slowakische und ungarische Kolleginnen. Sie stellten sich gegenseitig nicht nur ihre Arbeit vor, sondern sprachen auch ganz offen über besondere Herausforderungen, die es gerade auch unter Pandemie-Bedingungen zu bewältigen gilt, über wertvolle Momente und Beobachtungen in den Kitas bei der Umsetzung nachbarsprachiger Bildung, über die Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen ErzieherInnen, über bürokratische Hindernisse beim Projektmanagement u. v. a. m.

Für das Team der LaNa war es wertvoll und für die Arbeit mit und für die sächsischen Kitas bereichernd zu erfahren, wie sich andere Regionen auf den Weg gemacht haben, mit welchen Methoden und Rahmenbedingungen sie arbeiten, wo es Hürden gibt und wie die Zusammenarbeit mit den Zielgruppen funktioniert. Schnell stellten beide Seiten fest, dass es viele Parallelen und Schnittstellen gibt, über die es sich lohnt sich intensiver auszutauschen. So sind bereits nächste Termine für die Fortsetzung des Online-Austauschs geplant. Auch die gegenseitige Bereitstellung von erarbeiteten Materialien für die nachbarsprachige Bildungsarbeit in den Kitas wurde vereinbart.

Letztlich verabschiedeten wir uns alle mit dem guten Gefühl, gemeinsam an derselben Vision zu arbeiten: Kindern in der Grenzregion den besonderen Schatz mehrsprachigen Aufwachsens in ihrer interkulturellen Lebenswelt von Klein auf zu ermöglichen. Diesen Weg zur Nachbarsprache von Anfang an wollen wir auch künftig gern weiter gemeinsam mit den engagierten Kolleginnen der Vier-Länderregion um Niederösterreich beschreiten und dabei von- und miteinander lernen.

Mehr Informationen zu den EU-Projekten des Landes Niederösterreich unter https://www.noe.gv.at/noe/Kindergaerten-Schulen/Sprachprojekte_Kindergarten.html​.

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