Am 4. Juni kam der Facharbeitskreis „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen “ gemeinsam mit dem Team der LaNa im Medienkulturzentrum Dresden im Kraftwerk Mitte zusammen. Der Ort ist den Mitgliedern des Facharbeitskreises bereits vertraut – und bot auch diesmal mit seiner kreativen Atmosphäre einen passenden Rahmen für Austausch, Rückblick und gemeinsames Weiterdenken.
Vertreten waren Kita-Akteurinnen und -Akteure aus der gesamten sächsischen Grenzregion: Kita-Leitungen, Kita-Träger, Fachberatungen und Sprachbegleitende brachten ihre Perspektiven aus der Praxis ein. Die Sitzung war geprägt von einer offenen, konstruktiven und freundschaftlichen Arbeitsatmosphäre.
Was bewegt die Kitas in den sächsischen Grenzregionen?
Ein zentraler Schwerpunkt der Sitzung war die Vorstellung und gemeinsame Diskussion der Ergebnisse der 4. Datenabfrage in Kitas der sächsischen Grenzregionen zur frühen nachbarsprachigen Bildung.
Die Ergebnisse geben wichtige Einblicke in die aktuelle Situation vor Ort: Wie wird frühe nachbarsprachige Bildung in den Kitas gelebt? Welche Erfahrungen machen Einrichtungen in den Grenzregionen? Wo gibt es gute Praxis, wo Unterstützungsbedarf und welche Rahmenbedingungen sind für eine nachhaltige Umsetzung wichtig?
Im Austausch wurde deutlich: Nachbarsprache von Anfang an ist für viele Kitas in den Grenzregionen längst mehr als ein Zusatzangebot. Sie ist Teil gelebter Nachbarschaft, interkultureller Bildung und kindlicher Erfahrungsräume. Zugleich braucht es verlässliche Strukturen, praxisnahe Materialien und fachliche Begleitung, damit Kitas diesen Bildungsbereich gut in ihren Alltag integrieren können.
Handlungsempfehlungen für Sachsen und Tschechien vorgestellt
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Vorstellung des Entwurfs von Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung in Sachsen und Tschechien. Diese entstehen im Rahmen des aktuellen sächsisch-tschechischen Interreg-Projekts „Nachbarsprache von Anfang an! / Jazyk sousedů od začátku!“.
Die Empfehlungen greifen Erfahrungen, Bedarfe und Perspektiven aus der Kita-Praxis auf. Sie sollen dazu beitragen, frühe nachbarsprachige Bildung in den Grenzregionen strukturell weiter zu stärken und langfristig nachhaltig zu verankern.
Im Facharbeitskreis konnten die Mitglieder Rückmeldungen geben, Einschätzungen teilen und ihre Praxiserfahrungen einbringen. Gerade diese Verbindung aus fachlicher Perspektive, Kita-Alltag und grenzüberschreitender Erfahrung macht die Arbeit des Facharbeitskreises für die LaNa besonders wertvoll.
Orientierungsrahmen und NiKiS: Impulse für die Weiterentwicklung
Auch der Blick nach vorn spielte eine wichtige Rolle. Gemeinsam sammelten die Mitglieder des Facharbeitskreises mit der Placemat-Methode Impulse für die Weiterentwicklung zentraler Instrumente der LaNa für Kitas in den grenzüberschreitenden Regionen Sachsens.
Im Mittelpunkt standen dabei der Orientierungsrahmen zur frühen nachbarsprachigen Bildung sowie der online-Wegweiser NiKiS. Beide sollen im Zusammenhang mit dem neuen Sächsischen Erziehungs- und Bildungsplan weitergedacht und aktualisiert werden.
Ziel ist es, Kitas künftig noch besser darin zu unterstützen, das Thema Nachbarsprache von Anfang an als Teil frühkindlicher Bildung aufzugreifen – verständlich, praxisnah und anschlussfähig an den Kita-Alltag.
Die gesammelten Rückmeldungen und Ideen aus dem Facharbeitskreis bilden dafür eine wichtige Grundlage. Die LaNa wird diese Impulse nun auswerten, bündeln und für die weitere Überarbeitung aufbereiten.
Termine, Beteiligung und Vernetzung
Neben den fachlichen Schwerpunkten gab es auch Raum für aktuelle Informationen aus dem Netzwerk. Vorgestellt wurden unter anderem Termine rund nachbarsprachige Bildung und es erging die Einladung zur Beteiligung an den Trinationalen Aktionstagen Nachbarschaft und Sprachen 2026.
Die Aktionstage bieten Kitas, Schulen, Vereinen, Kommunen und weiteren Akteuren die Möglichkeit, Nachbarschaft und Sprachen in der deutsch-polnisch-tschechischen Grenzregion gemeinsam im Netzwerk engagierter Akteure sichtbar zu machen. Einrichtungen und Partner aus den Nachbarländern sind herzlich eingeladen, eigene Aktionen, Begegnungen oder Veranstaltungen einzubringen.
Weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten folgen unter: nachbarsprachen-sachsen.eu/aktionstage
Danke für den engagierten Autausch!
Die LaNa dankt allen Mitgliedern des Facharbeitskreises herzlich für ihre Zeit, ihre Offenheit und ihre fachlichen Impulse. Der Austausch hat erneut gezeigt, wie wichtig die Perspektiven der Praxis für die Weiterentwicklung früher nachbarsprachiger Bildung in Sachsen sind.
Ob Kita-Leitung, Träger, Fachberatung oder Sprachbegleitung: Die Erfahrungen aus den Einrichtungen und Regionen helfen dabei, Materialien, Empfehlungen und Unterstützungsangebote so weiterzuentwickeln, dass sie dort ankommen, wo sie gebraucht werden – in den Kitas und bei den Kindern.
Die Sitzung im Medienkulturzentrum Dresden hat einmal mehr deutlich gemacht: Frühe nachbarsprachige Bildung lebt vom Miteinander, vom Zuhören, vom gemeinsamen Weiterdenken – und von Menschen, die sich engagiert für gelebte Nachbarschaft einsetzen.
Was und wer ist der Facharbeitskreis?
Zu dem Facharbeitskreis „Frühe nachbarsprachige Bildung in Sachsen“ gehören Expertinnen und Experten aus der sächsischen Kita-Akteurslandschaft an. Sie bringen ihre Erfahrungen aus der nachbarsprachigen Bildungsarbeit in den Grenzregionen Sachsens ein.
Vertreten sind unter anderem Kita-Leitungen, Kita-Fachberatungen, Trägervertretungen, Sprachbegleitende sowie weitere Fachleute aus dem Bereich der frühen Bildung und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Gemeinsam begleitet der Facharbeitskreis die Arbeit der LaNa fachlich und praxisnah.
