LaNa im Gespräch: Polnisch-Kenntnisse im Arbeitsalltag

Spätestens seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Mitgliedsstaaten Polen und Tschechien im Jahr 2011 sind im sächsischen Grenzraum in einigen Branchen Polnisch- bzw. Tschechisch-Sprachkenntnisse notwendig oder zumindest von großem Vorteil. Die LaNa sprach mit Christine Vich, Mitarbeiterin der Landskronkulturbrauerei, über ihre Motivation zum Polnisch-Lernen und über die Herausforderungen, die das Erlernen dieser slawischen Sprache mit sich bringt.


LaNa: Was hat Sie dazu bewegt, sich zum Polnisch-Sprachkurs anzumelden?
Christine Vich: Persönliche und berufliche Gründe. Ich finde es einfach wichtig, hier im grenznahen Raum die polnische Sprache zu erlernen.

LaNa: Sie sagten, dass Sie Polnisch unter anderem lernen, um in Ihrem Arbeitsalltag mit polnischen Gästen bzw. Besuchern kommunizieren zu können. Haben Sie Ihre Sprachkenntnisse bereits anwenden können und wie war die Reaktion hierauf?
Christine Vich: Da ich im Fanshop der Landskronkulturbrauerei nicht nur Getränke, unsere Fanartikel, Tickets für Veranstaltungen und Führungen verkaufe, sondern auch meine Gäste auf fachliche Fragen berate, ist es für mich selbstverständlich, auf Grund unserer immer mehr werdenden polnischen Gäste, die Sprache zu erlernen. Für mich ist es immer wieder schön zu erfahren, wenn ein polnischer Besucher feststellt, dass ich ihn verstehe – zumindest halbwegs – und ihm dann in seiner Sprache antworten kann. Das macht so viel Spaß, dass man sehr viel Sympathie und mehr Offenheit zurückbekommt. Letzten Endes wird dadurch auch der Umsatz gesteigert.

LaNa: Abgesehen von den Vorteilen, die Ihnen Ihre Polnisch-Kenntnisse im Umgang mit Ihren Kunden bringen – wozu lohnt es sich Ihrer Meinung nach noch Polnisch zu lernen?
Christine Vich: Ganz einfach, für die zwischenmenschliche Beziehung und für den eigenen Bedarf, die Verständigung.

LaNa: Böse Zungen behaupten, Polnisch sei eine der am schwierigsten zu erlernenden Sprachen. Wie sehen Sie das? Was sind denn die Herausforderungen beim Spracherwerb?
Christine Vich: Es ist nicht einfach, aber wenn man es wirklich will, sich immer wieder mit der Sprache auseinandersetzt, praktisch im Alltag umsetzt, schafft man es auch. Auch wenn es nicht immer perfekt ist, man sollte keine Scheu haben zu sprechen. Wenn man es falsch ausspricht, wird man schon berichtigt und das schult. Man muss eben dranbleiben. Ich würde es auch für wichtig halten, wenn man Polnisch schon ab dem ersten Schuljahr als Pflichtfach erlernt. Die Möglichkeiten später mal, beim Studium, Beruf bzw. in der Wirtschaft, wären viel umfangreicher und unkomplizierter. In vielen Kindergärten wird eine Heranführung an Polnisch und Tschechisch schon praktiziert. Die Kinder können hier im Grenzraum quasi mit einer zweiten Sprache aufwachsen.

LaNa: Haben Sie zum Schluss noch einen Tipp für andere Polnisch-Lernende, wie am effektivsten gelernt werden kann?
Christine Vich: Meinen Tipp dafür nannte ich schon. Und generell: Kinder im grenznahen Raum mit der Nachbarsprache aufwachsen lassen! Es ist nicht nur für die Zukunft der Region wichtig, sondern ermöglicht einen viel leichteren und persönlicheren Umgang mit unseren polnischen Nachbarn.

Vielen Dank für das Gespräch!

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