LaNa im Gespräch: Was ist die NÖ Sprachoffensive?

Nicht nur in Sachsens Grenzregionen ist die (frühe) nachbarsprachige Bildung ein Thema. Um einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen, sprach die LaNa mit Vladislava Pekárková über eine niederösterreichische Initiative zur Nachbarsprachbildung, die NÖ Sprachenoffensive.


LaNa: Welche Ziele verfolgt die NÖ Sprachenoffensive, an wen richtet sie sich und welche Angebote werden in diesem Rahmen unterbreitet?
Vladislava Pekárková: NÖ Sprachenoffensive bietet den niederösterreichischen Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen zahlreiche Möglichkeiten, die Sprachen der Nachbarn zu erlernen, an. Das Ziel ist den Kontakt mit den Nachbarländern zu verstärken.  Im Rahmen der NÖ Sprachenoffensive können Pflichtschulen in NÖ eine der Nachbarsprachen Tschechisch, Slowakisch oder Ungarisch als unverbindliche Übung, Wahlpflichtfach oder als Arbeitssprache anbieten.

LaNa: Die Sprachenoffensive fördert die Nachbarsprachbildung bereits ab dem Kindergartenalter. Welche Argumente sprechen denn dafür so frühzeitig wie möglich damit anzufangen? Und wie sieht die konkrete Arbeit mit den Kindergärten aus?
Vladislava Pekárková: „Je früher, desto besser“. Gerade kleinere Kinder sind es einfach noch gewohnt, jeden Tag neue Wörter kennenzulernen. Ihre Verbindung zwischen dem Hören und dem Nachsagen von Worten funktioniert noch viel besser. Auch aufgrund dieser Verbindung zwischen Ohr und Sprechapparat können kleinere Kinder eine viel bessere Aussprache als Erwachsene erzielen. Die Kinder lernen durch einen spielerischen  Zugang  die  Sprache  kennen. Es geht nicht  um  Vokabelpauken, Grammatik  erklären oder  Übersetzen.  Sondern  darum,  zu singen,  zu  spielen,  zu  malen  oder  zu  basteln  und  nebenbei  die  Sprache  mitzubekommen. Durch  die  vielen schönen  Lernerfahrungen, die die Kinder machen, werden ihnen die Worte nur so zufliegen. Und  das  ist  ein  viel  einprägsameres  Lernen  als  das  Auswendiglernen  von Vokabellisten. Aber dafür ist nur im frühen Fremdsprachenlernen Zeit und Platz.

LaNa: Wie werden Angebote der Sprachenoffensive angenommen? Stehen  Kinder, Eltern und Institutionen Ihrer Region Programmen wie der Sprachenoffensive aufgeschlossen gegenüber?
Vladislava Pekárková: Ja, sehr. Die NÖ Sprachenoffensive hat schon eine lange Tradition. Die Nachbarsprachen werden seit dem Schuljahr 2003/4 angeboten.

LaNa: Wo sehen Sie noch Hürden oder Herausforderung im Bereich der Nachbarsprachbildung in Kitas und Schulen im niederösterreichischen Grenzraum?
Vladislava Pekárková: Wir werden gerne noch mehr die Nahtstelle zwischen Kindergarten und Volkschulen vertiefen und natürlich weitere Unterrichtsmaterialien entwickeln.

LaNa: Inwieweit ist der Übergang von der Kita in die Schule in Ihrer Grenzregion so gestaltet, dass die in der Kita erworbenen Sprachkenntnisse auch nachhaltig gesichert werden?  
Vladislava Pekárková: Wir betonen immer wieder, die Wichtigkeit, dass man die erworbenen Sprachkenntnisse aus dem Kindergarten weiter in der Volkschule vertiefen sollte. Weiter veranstalten wir Workshops, in denen sich die Pädagoginnen aus KiGa und VS Erfahrungen und Informationen austauschen können. Damit sichern wir, dass die Kinder in der Volkschule weiter fortsetzen können und nicht nur Wiederholungen machen müssen. Außerdem informieren wir jedes Jahr mit Hilfe von Briefen und Flyern die Eltern über die Möglichkeit die Nachbarsprache in der Schule weiterzuführen.

LaNa: Abschließend noch eine Bitte: Können Sie uns aus Ihrem Erfahrungsschatz eine Empfehlung für unsere weitere Arbeit mit auf den Weg geben?
Vladislava Pekárková: Uns ist es sehr wichtig mit Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten und auf die Qualität des Unterrichts zu schauen.

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