Die Sommerferienzeit in der Dreiländerregion Sachsen, Polen, Tschechien ist in vollem Gange. Das Team der LaNa hat sich für diese Zeit des „etwas anderen Taktes im Alltag“ wieder eine kleine Beitragsserie für euch überlegt: Lasst euch gern mitnehmen auf eine kleine Reise durch den Kultursommer in unserer schönen Dreiländerregion. Freut euch auf Erlebnistipps für (fast) alle Sinne.
Erlebnistipp No.5: Frisbee (nicht nur) als Strandsport: Vom Deckelwerfen zum Mannschaftssport
Kaum ein Gegenstand gehört so selbstverständlich zur Strandtasche wie die fliegende Scheibe. Ob am Berzdorfer See, an einem der Kies-Seen im Dreiländereck oder an einem der polnischen und tschechischen Badeseen jenseits der Neiße – irgendwo wird immer eine Scheibe hin- und hergeworfen. Meist beginnt es genau so: zwei Personen, eine Scheibe, kein Ziel außer dem Fangen selbst. Ein entspanntes „Deckelwerfen“, wie es in vielen Familien liebevoll genannt wird.
Was dabei oft übersehen wird: Aus diesem lockeren Zeitvertreib hat sich seit den 1960er-Jahren in den USA eine ernstzunehmende Mannschaftssportart entwickelt – Ultimate Frisbee, meist kurz „Ultimate“ genannt. Gespielt wird auf einem Feld ähnlich dem Footballfeld, in zwei Teams zu je sieben Spieler:innen, die die Scheibe durch Zuspiel in die gegnerische Endzone befördern müssen, ohne dabei mit ihr zu laufen. Was Ultimate von vielen anderen Sportarten unterscheidet, ist der sogenannte „Spirit of the Game“: Es gibt keine Schiedsrichter:innen. Die Spieler:innen entscheiden strittige Situationen selbst, im direkten Gespräch und im gegenseitigen Respekt vor der jeweils anderen Mannschaft. Fairness ist damit nicht Zusatz, sondern Spielprinzip.
Gerade dieser Aspekt macht Ultimate auch über den Sport hinaus interessant: Teams treten häufig gemischtgeschlechtlich an, Kommunikation und Verständigung sind wörtlich Teil der Spielregeln – Werte, die sich gut mit dem grenzüberschreitenden Gedanken unserer Dreiländerregion verbinden lassen. Wo Menschen aus Deutschland, Polen und Tschechien gemeinsam an einem Strand oder auf einer Wiese zusammenkommen, braucht es oft ohnehin keine gemeinsame Sprache, um eine Scheibe fliegen zu lassen – ein kleiner, aber schöner Beleg dafür, wie unkompliziert Verständigung im Spiel gelingen kann.
Mehr als ein Wurf: kleine Wurfkunde für den Strand
Wer am Wasser beobachtet, wie die Scheibe von Hand zu Hand fliegt, stellt schnell fest: Fast alle greifen zur selben Technik, dem sogenannten Backhand. Dabei liegt der Zeigefinger an der Innenkante der Scheibe, die übrigen Finger stützen von unten, der Wurf entsteht aus einer Drehbewegung des Oberkörpers – ähnlich wie beim Diskuswurf, nur mit angewinkeltem Arm. Der Backhand ist intuitiv, weil er der natürlichen Armbewegung am nächsten kommt, und deshalb meist der erste (und oft einzige) Wurf, den sich Strandbesucher:innen aneignen.
Dabei lohnt sich ein Blick auf die anderen Grundtechniken, die im Ultimate zum festen Repertoire gehören:
- Forehand (auch Flick genannt): Die Scheibe liegt zwischen Zeige- und Mittelfinger, der Daumen stützt von oben, der Wurf kommt aus dem Handgelenk. Diese Technik erlaubt Würfe zur eigenen dominanten Seite, ohne den Körper umständlich zu drehen – am Strand praktisch, wenn die Partnerin oder der Partner seitlich steht.
- Hammer (Overhead-Wurf): Die Scheibe wird über Kopf, mit der Wurffläche nach unten, geworfen – die Handhaltung ähnelt dabei einem Forehand, nur mit angehobenem Arm. Die Scheibe fliegt zunächst in einem Bogen, bevor sie sich in der Luft dreht und flach ausrichtet. Ein Wurf, der optisch einiges hermacht und sich gut eignet, um Hindernisse wie Handtücher, Sonnenschirme oder andere Strandgäste zu überfliegen.
- Scoober: Eine Variante des Overhead-Wurfs mit Forehand-Griff, bei der die Scheibe schräg über Kopf und mit der Wurffläche nach oben geworfen wird. Etwas anspruchsvoller in der Ausführung, dafür mit einem sehr eigenen Flugverhalten.
- Chicken Wing / Push Pass: Ein kurzer, kompakter Wurf aus dem Ellbogen, bei dem die Scheibe seitlich und mit wenig Schwung abgegeben wird – nützlich für sehr kurze, präzise Distanzen, etwa im dichten Gedränge am Wasser.
Der Reiz dieser Techniken liegt weniger in ihrer sportlichen Perfektion als in der Vielfalt, die sie in ein simples Strandspiel bringen. Wer neben dem klassischen Backhand auch einmal den Forehand oder Hammer ausprobiert, wird schnell merken: Die Scheibe fliegt anders, dreht sich anders, verlangt ein anderes Gefühl in Handgelenk und Fingern – und macht allein durch diese Abwechslung mehr Freude als das gewohnte Hin und Her.
Wer sich die Vielfalt der Wurftechniken einmal in Bewegung ansehen möchte, findet in diesem Video des AUDL-Profispielers Rowan McDonnell eine Übersicht, die von einfachen bis zu sehr artistischen Würfen reicht: https://www.youtube.com/watch?v=hJK1xUeFtig
Wer also das nächste Mal am Ufer eines Sees die Scheibe auspackt: Vielleicht ist das ein guter Anlass, nicht nur die Mannschaftsidee, sondern auch die eine oder andere neue Wurftechnik auszuprobieren – ganz ohne markiertes Spielfeld, einfach zum eigenen Vergnügen.
Das Beitragsbild wurde mit Unterstützung von KI generiert (17.07.2026).
