Ein möglicher Weg zur frühen Mehrsprachigkeit? In Nachbarsprachen baden!

digAm vergangenen Donnerstag, dem 16. Februar, war das Team von der LaNa auf dem Fachtag „In Sprache baden – Mehrsprachigkeit in Kita, Krippe und Schule“ des Vereins Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen e.V. (fmks) in Stuttgart mit dabei. Es ist eine der größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland und findet seit 2011 im Rahmen der renommierten Bildungsmesse didacta statt. Diese Tatsache ist nicht nur dem Engagement des fmks e.V., sondern auch der Unterstützung durch Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis zu verdanken. Prof. Fthenakis ist der Präsident des didacta Verbandes e.V. und ein Verfechter des Themas frühe Mehrsprachigkeit. Seine Worte leiteten den Fachtag ein.

Unter anderem mahnte er an, dass sich das „gefesselte Bildungssystem mit dem stark monolingualen Fokus“ in Deutschland aufbrechen und der multilingualen Realität unserer Gesellschaft anpassen müsse. Weiter führte er aus, dass jede Muttersprache, die Kinder mit in die Kindertageseinrichtungen bringen, Respekt und Wertschätzung verdient und ein kultureller Schatz für alle Kinder in der Kita ist. Im Blick auf den technischen Fortschritt und die zukünftigen Fachtage zur frühen Mehrsprachigkeit sei er bereits jetzt gespannt, welche innovativen Möglichkeiten sich durch die Verbindung von menschlichen Sprachvorbildern mit neuesten Techniken, wie z.B. dem human computer, bei der Vermittlung von Sprachen und Kulturen für uns ergeben.

In den sich anschließendenburst parallelen Workshops war schließlich auch die Expertise der LaNa gefragt. Zunächst stellten wir die Vermittlung der Nachbarsprachen Polnisch und Tschechisch als einen spezifischen Aspekt der frühen Mehrsprachigkeit und als Lebensrealität in den sächsischen Grenzregionen vor. Mit im Gepäck hatten wir natürlich den Nachbarsprachkoffer als methodisches Anschauungsmaterial und kompaktes Beispiel, wie fremde Sprachen in den Kitaalltag integriert werden können und die methodisch-didaktische Arbeit mit Kindern aus Deutschland und anderen Ländern, in unserem Fall die Nachbarländer, gewinnbringend umgesetzt werden kann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Workshops brachten eine Vielzahl unterschiedlicher Hintergründe der Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen und damit ihre eigene Expertise mit. So waren Erzieherinnen aus Kitas dabei, in denen Kinder mit bis zu 20 unterschiedlichen Muttersprachen Realität sind, aber auch Erzieher aus bilingualen Arbeitskontexten. Dank einer gezielten Diskussion und dem fachlichen Austausch zu Best Practice Beispielen, konnten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden einen Methodenkoffer für den Umgang mit mehreren Sprachen in der Kita packen. Die LaNa bereitet die Ergebnisse des Workshops zurzeit auf und wird sie Ihnen in Kürze vorstellen. Dass der Nachbarsprachkoffer ein sehr praktisches und hilfreiches Instrument ist, meldeten uns auch die Workshopteilnehmenden zurück und beglückwünschten die Kitas in der sächsischen Grenzregion zu so einem Pool an Ideen. Vielleicht ist der Nachbarsprachkoffer ja Vorbild für weitere Methodenkoffer für die Arbeit mit früher Mehrsprachigkeit ab der Kita? Wir vom LaNa-Team würden uns darüber sehr freuen. Die ersten Anfragen aus einer Kita in Emmendingen haben wir schon erhalten.

Übrigens ist heute, am 21. Februar, Tag der Muttersprache. Die Vereinten Nationen begehen diesen Tag seit dem Jahr 2000, um die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache zu fördern. Lauschen Sie doch mal, welche Muttersprachen Ihnen heute ins Ohr fallen. Fragen Sie nach und lernen Sie vielleicht eine neue Sprache kennen. Die Vielfalt in unserer multilingualen Welt ist eine Bereicherung für uns alle!

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