„Groß für Klein – Duzi dla małych“ zu Besuch in polnischen Kita`s

Ein weiteres Highlight im Rahmen des deutsch-polnischen Projektes stand am Freitag auf dem Programm: Die teilnehmenden Erzieher-Fachschüler/innen des BSZ Görlitz besuchten vier verschiedene Einrichtungen in Jelenia Góra, Mysłakowice und Łomnica, führten selbst Angebote mit den polnischen Kindern durch und lernten den Kita-Alltag im Nachbarland kennen. Lesen Sie heute von den Eindrücken und Erfahrungen dieses Tages.

Unterschiede in der Gestaltung des Kita-Alltages in Sachsen und Polen wurden im Rahmen des Projektes schon einige Male thematisiert. Nicht nur deshalb freuten sich alle sehr auf den Besuch in den polnischen Kitas, es weitet eben auch den Blick und hilft beim Verstehen. In der Einrichtung angekommen, durften die Teilnehmenden sogleich den Kita-Alltag miterleben. In einer Gruppe machten die Kinder gerade einen Erzählkreis und lernten spielerisch einfache Begriffe, wie Tomate, Banane und Karotte in der Nachbarsprache kennen. Die Fachschüler/innen stiegen gleich mit ein, sangen und klatschten mit und sprangen von Stuhl zu Stuhl, als es hieß „die Bananen tauschen die Plätze mit den Karotten“. Seit einigen Tagen üben die Kinder diese Begriffe und waren sehr stolz den deutschen Erziehern zeigen zu können, wie toll sie die Begriffe bereits aussprechen können. Eine angehende Erzieherin berichtet auch nachher, dass es sie besonders gefreut hat zu sehen, „…wie die Kinder extra etwas für uns vorbereitet haben…“. Das Mittagessen wird für Kinder in den Einrichtungen frisch zubereitet, das in 2017 sanierte Haus der Predzskole Publiczne in Mysłakowice ist ansprechend dekoriert und die Raumaufteilung gut durchdacht. In einer anderen Einrichtung in  Łomnica bestand der gesamte Fußboden aus Puzzleteilen und war dadurch sehr weich, warm und angenehm – natürlich reichen da Socken aus. Auch der „Zauberteppich“ begeisterte: Per Beamer werden Bilder auf den Boden projiziert und die Kinder so zum Bewegen angeregt.

Aber es wurden auch Dinge kritisch hinterfragt. „…Der Tag ist wirklich sehr durchgeplant für die Kinder, viel Zeit zum Spielen bleibt da nicht“, meinte eine Schülerin, alle anderen erwähnten ähnliches. Dieser Unterschied zum deutschen Kita-Alltag war wohl der Größte. Während das freie Spiel eine feste Größe im Tagesablauf der deutschen Kitas ist, Kinder, wenn möglich, jeden Tag raus gehen und Angebote sich nicht immer an die gesamte Gruppe richten, verglichen die Schüler und Schülerinnen den Tagesablauf der polnischen Kinder mit der ersten Klasse in Deutschland. Natürlich können auch bei uns schon viele Kinder lesen & schreiben, wenn sie in die erste Klasse gehen – in Polen können dies aber fast alle Kinder, denn es ist fester Bestandteil des hiesigen Bildungsplanes. Diskutiert wurde anschließend auch sehr darüber, ob Kinder täglich an die frische Luft gehen sollten oder nicht. Die polnischen Erzieher/innen sehen sich aber in einer Zwickmühle, denn sie berichteten auf Nachfrage, dass Eltern bereits bei wenig Regen Angst haben, dass die Kinder krank werden, und es lieber sehen, wenn die Kinder drinnen bleiben.

Auch unsere zukünftigen Erzieher/innen hatten etwas für die Kinder vorbereitet – sie hatten ihre Gitarren im Gepäck und so wurde gemeinsam gesungen, Wörter wurden nachgesprochen, übersetzt, erklärt und die Kinder zupften mal am Instrument. Andere machten Fingerspiele, Bewegungsspiele oder tanzten. Alle Schüler berichteten begeistert von ihren Animationen und die kleinen großen Kinderaugen staunten und freuten sich sichtlich über die Angebote.

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Insgesamt war es ein spannender Tag, voll von Informationen und Ideen sowie voller Fragen, die sich klärten. Auch von der LaNa nochmal ein herzliches Dankeschön an alle teilnehmenden Einrichtungen, an alle Erzieher/innen, die diesen Austausch ermöglichten und teilnahmen – vor allem aber an alle Kinder, die uns an ihrem Kita-Alltag teilhaben ließen. Wir freuen uns schon jetzt auf den Besuch der polnischen Lehrer/innen in den deutschen Kitas im Mai.

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