Sprachenland Niederösterreich –Teil2: Nachbarsprachen in den Schulen und in der Erwachsenenbildung

logoDie Sprachenoffensive in Niederösterreich setzt sehr früh und durchgängig vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Erwachsenenbildung die Lernangebote für die Nachbarsprachen Tschechisch, Slowakisch und Ungarisch an.

Nach den ersten spielerischen Schritten in den Kindergärten liegt ein großes Augenmerk auf der Fortführung der Sprachen in den niederösterreichischen Volksschulen, Mittelschulen, Gymnasien und berufsbildenden höheren Schulen auf Landkarte:  Hier werden die Nachbarsprachen als unverbindliche Übung, Wahlpflichtfach oder als Maturafach angeboten. Die Nachbarsprachen begleiten damit die Kinder und Jugendlichen kontinuierlich über die Schuljahre und bilden zusammen mit vermitteltem Wissen über die Geografie, Wirtschaft, Traditionen und Kultur der Nachbarregionen ein umfassendes Lernfeld für interregionale Kompetenzen.

Nachbarsprachen als Berufskompetenz

Firmenbesuch (2)
Foto: Sprachkompetenz NÖ

Die grenzüberschreitend agierenden Unternehmen in NÖ suchen gerade nach Menschen, die diesen interregionalen Wissensschatz mitbringen und damit grenzüberschreitende Tätigkeiten in den Projekten bereichern können.

Doch häufig steht vor all dem für Eltern und SchülerInnen erst einmal die Frage, warum das eigene Kind eine Nachbarsprache überhaupt erlernen soll. Hier setzen verschiedene Öffentlichkeitsmaßnahmen wie Elterninformationen, Schnupperstunden, Gespräche mit Unternehmern etc. an. Grenzüberschreitende Camps und Ausflüge ermöglichen es Jugendlichen hautnah zu erleben, welche Bedeutung Sprachkenntnisse für diesen Schatz an Erfahrungen in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohnort haben. Eigens entwickelte innovative Formate wie die Regionenshow, angelehnt an „Wer wird Millionär“, erzeugen Strahlkraft aus den Schulen in die Regionen und regen so öffentlichkeitswirksam zu einem Dialog über interregionale Kompetenzen an.

Sprachkompetenz NÖ baut auf diesen wachsenden Erfahrungsschatz über die Lebensjahre der SchülerInnen die Lehrbücher und Lernmaterialien auf. An der Nahtstelle Kindergarten-Volksschule erzählt das mehrsprachige Kinderbuch „Elefant und Schlange“ von den Stärken der so unterschiedlichen Tiere und ermutigt die Kinder mit Arbeitsblättern zum Nachdenken, welche Bereicherung gerade in der Unterschiedlichkeit liegt.

Lerngruppe
Foto: Sprachkompetenz NÖ

In den Lehrbüchern Čeština und Slovenčina für die Volksschule liegt der Fokus auf der Orientierung im Nachbarland z.B. bei einem Ausflug in die Partnerschule, einem gemeinsamen Zoobesuch oder einer sportlichen oder künstlerischen Aktivität. Teil der Lehrbücher ist ein Regionsspiel mit einer Karte ohne die übliche dicke, rote Grenzlinie, die auf Landkarten so gern gezogen wird. Die Städte der Regionen verbinden Flüsse und die Würfelfelder. Die SchülerInnen können so mit dem Würfel von Stadt zu Stadt einmal diesseits einmal jenseits der Grenze reisen und dort ihre Sprachkenntnisse ausprobieren.

Die SchülerInnen lernen sprachlich in kleinen Schritten Freundschaften im Nachbarland zu schließen. Das fängt bei einfachen Sätzen wie „Kann ich mitspielen?“ und „Kann ich mich neben dich setzen?“ an und wird dann im Lehrbuch Čeština 2 für die Sekundarstufe I mit „Wie ist deine eMail-Adresse?“ unter Einbezug typischer Kommunikationssituationen unter Jugendlichen in sozialen Medien fortgesetzt.

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