Morgen, am 21.2., ist der Tag der Muttersprache!

Passend dazu möchten wir auf einen Beitrag des Sprachforschers Aria Adli hinweisen, der weiß, dass „kulturelle und sprachliche Vielfalt“ der Völkerverständigung dient. Gerade in der Grenzregion wird dies täglich bekräftigt, wenn über Grenzen hinweg Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

Einst von Bangladesch ins Leben gerufen, entstand der Tag der Muttersprache, um einerseits auf den großen sprachlichen Reichtum in der Welt hinzuweisen und andererseits, um an Sprachen zu erinnern, die vom Aussterben bedroht sind.

Im Interview mit Suzanne Cords von der Deutschen Welle erklärt der Sprachforscher, dass eine Sprache in der Regel dann aussterben kann, wenn sie kaum mehr von Generation zu Generation weitergegeben wird. „Verstärkt wird dies dadurch, wenn die Sprache auch institutionell keinen Einfluss hat. Eines der erklärten Ziele der Vereinten Nationen ist der Erhalt der sprachlichen und kulturellen Vielfalt, damit man eben nicht nur in einer Welt lebt, in der es eine oder wenige Hegemonien gibt, die sehr viel Macht besitzen, sondern Respekt für die Verschiedenheit von Völkern. Diese Vielfalt trägt letztlich dazu bei, dass es Völkerverständigung gibt, auf der Grundlage von Einheit in Vielfalt. Das muss bewahrt werden.“ Zu dieser Vielfalt gehören seiner Ansicht nach auch sprachliche Veränderungen, wie sie in jeder jüngeren Generation vorgenommen werden.

Die Muttersprache prägt uns, Mehrsprachigkeit eröffnet uns neue Horizonte. Gerade in der sächsisch-polnischen und sächsisch-tschechischen Grenzregion haben wir hierfür ganz besondere Bedingungen: Hier gehören unsere Nachbarsprachen Deutsch, Polnisch und Tschechisch  – und in Ostsachsen auch das Sorbische – zur alltäglichen Lebenswelt. In vielen Kitas wachsen Kinder aus den Nachbarländern gemeinsam auf, bringen ihre jeweilige Muttersprache und damit auch ihre Kultur mit in die Kita. Die Wertschätzung dieser sprachlichen und kulturellen Vielfalt im Kita-Alltag trägt dazu bei, die Muttersprachen zu stärken und gleichzeitig mehrsprachiges Aufwachsen zu ermöglichen – ein besonderer Schatz, den es zu heben gilt.

Sie fühlen sich angesprochen und benötigen Unterstützung dabei das Potenzial der Nachbarsprachen in Ihrer Einrichtung noch mehr zu nutzen? Gern begleiten wir, die Landesstelle Nachbarsprachen, Sie auf Ihrem Weg.

Das Interview erschien am 21.02.2019 unter https://www.dw.com/de/kulturelle-und-sprachliche-vielfalt-dient-der-v%C3%B6lkerverst%C3%A4ndigung/a-47580209.

 

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