Impulse für nachbarsprachige Aktivitäten in der Kita jetzt auch auf Polnisch und Tschechisch!

Die Sammelkarten „Mit Impulsen aus der Kita-Praxis durch das Jahr“ sind  jetzt auch in den Nachbarsprachen Polnisch und Tschechisch erhältlich. Vielleicht wollen Sie sie Ihrem Partner im Nachbarland mit einem Gruß aus Ihrer Kita schicken, um so auch während der Corona-Krise Kontakt zu halten?  Impulse für nachbarsprachige Aktivitäten in der Kita jetzt auch auf Polnisch und Tschechisch! weiterlesen

Ideen aus der Kita-Praxis für die Kita-Praxis in der sächsischen Grenzregion

In den letzten Jahren durfte die Landesstelle Nachbarsprachen auf dem Blog oder der Nachbarsprachplattform wunderschöne Beiträge von Kitas mit vielfältigen Anregungen für die nachbarsprachige Bildungsarbeit veröffentlichen. Impulse daraus haben wir aktuell in einem neuen Postkartenformat für Kitas gebündelt: Ideen aus der Kita-Praxis für die Kita-Praxis in der sächsischen Grenzregion weiterlesen

Ergebnisse aus dem aktuellen Datenreport

Ende des Jahres 2019 erschien der aktuelle Datenreport zur Situation der frühen nachbarsprachigen Bildung in den Kitas der sächsischen Grenzregionen. Die LaNa legte damit einen datengestützten Gesamtüberblick über die Umsetzung nachbarsprachiger Bildungsangebote in Kitas im sächsischen Grenzraum zu Polen und Tschechien vor.

So konnten 2019 in den 6 sächsischen Grenzlandkreisen 66 Kitas identifiziert werden, die eine Kita-Partnerschaft mit einer Einrichtung im Nachbarland pflegen und/oder ein Angebot der Nachbarsprach- und Kulturvermittlung unterbreiten. 42 dieser Kitas orientierten sich dabei nach Tschechien, 24 nach Polen. Hinzu kamen weitere 171 Kitas, die über ein konkretes Potenzial verfügten, zukünftig ebenfalls im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung aktiv zu werden.

Belegt werden konnte auch eine positive Entwicklung. So gibt es eine größere (und seit 2014/15 wachsende) Gruppe von Kitas, die bereits seit mehreren Jahren aktiv im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung sind. Gleichzeitig wächst die Zahl der Kitas, die Nachbarsprachangebote auch regelmäßig vorhalten und/oder immersiv das Eintauchen in die Nachbarsprache im Kita-Alltag ermöglichen.

Andererseits ist aber auch nach wie vor erhebliche Bewegung im Feld der im Nachbarsprachbereich aktiven Kitas zu beobachten: Es brechen Angebote weg und es kommen gleichzeitig neue Kitas hinzu, die sich auf den Weg der nachbarsprachigen Bildung begeben bzw. dies gern wollen.

Insbesondere wächst aber das nachbarsprachige Potenzial in den Kitas des Grenzraums, indem mehr Kitas über muttersprachliches Personal in den Nachbarsprachen Polnisch bzw. Tschechisch verfügen, generell die Zahl der Pädagogen/-innen mit Polnisch- bzw. Tschechisch-Kenntnissen steigt und nicht zuletzt auch viele Kitas Kinder mit polnisch- bzw. tschechisch-sprachigem Familienhintergrund betreuen. Es zeigt sich jedoch, dass dieses Potenzial noch nicht in allen Kitas erkannt und für die frühzeitige Heranführung der Kinder an Sprache und Kultur des Nachbarlandes genutzt wird.

Insgesamt erweist sich das Feld der Kitas in den sächsischen Grenzregionen im Bereich der nachbarsprachigen Bildung als außerordentlich heterogen – es gibt unterschiedliche Ist-Stände bei der Umsetzung und unterschiedliche Rahmenbedingungen (Vorhandensein von Muttersprachler/-innen, Finanzierungsmöglichkeiten für grenzüberschreitende Begegnungen, Beratungs-, Unterstützungs- und Fortbildungsbedarfe etc.). Hieraus resultiert die Herausforderung, auf diese unterschiedlichen Bedarfe vor Ort zur Förderung und Qualitätsentwicklung im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung mit adäquaten Maßnahmen einzugehen.

Hieran wird die LaNa mit ihrer Arbeit im Jahr 2020 anknüpfen und im Austausch mit Erfahrungsträger/-innen weiter daran arbeiten, bedarfsgerechte Angebote zur Unterstützung einer kontinuierlichen, alltagsintegrierten nachbarsprachigen Bildungsarbeit in Kitas der sächsischen Grenzregionen zu entwickeln und umzusetzen und den Prozess der Qualitätsentwicklung im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung gemeinsam mit ihnen weiter zu gestalten. Der Datenreport 2019 liefert hierfür eine gute Grundlage und vielfältige Ansatzpunkte.

Stöbern Sie gern in dem Bericht, um viele weitere spannende Fakten rund um diesen Bildungsbereich zu lesen und seien Sie auch herzlich eingeladen mit uns dazu in den Fachaustausch zu treten. Nur gemeinsam mit allen relevanten Akteuren und ihrem Wissen und ihren Erfahrungen werden wir den Weg zur Nachbarsprache von Anfang an in den sächsischen Grenzregionen weiter erfolgreich beschreiten können. Wir freuen uns über Ihre Impulse und auf die weitere Zusammenarbeit!

In der Rubrik Kita des Monats finden Sie aktuell eine sehr aktive Einrichtung!

Seit August präsentiert sich eine neue Kita auf der Nachbarsprachplattform www.nachbarsprachen-sachsen.eu. Hier stellen sich Kitas vor, die regelmäßig Angebote in der Nachbarsprache anbieten, eine Partnerschaft in das Nachbarland pflegen und vieles mehr. Wir freuen uns ganz besonders über die Vorstellung eines „alten Hasen“, mit dem wir schon länger zusammenarbeiten: In der Rubrik Kita des Monats finden Sie aktuell eine sehr aktive Einrichtung! weiterlesen

Euroregionale Kita-Netzwerke auf dem Weg

Nach dem ersten erfolgreichen Netzwerktreffen sächsischer und tschechischer Kitas der Euregio Egrensis im November 2018 fand am Dienstag, dem 07.05. ein weiteres Treffen in Klingenthal statt. Neben fachlichem Input zur Anerkennung und Qualifizierung von Muttersprachlern und Ideen zur Weiterentwicklung des Netzwerkes kam auch der Erfahrungsaustausch nicht zu kurz:

Frau Gerhardt, Assistentin des Geschäftsführers der Euregio Egrensis, berichtet heute vom Zusammentreffen, dessen Inhalte und Ergebnisse vor allem bei den regionalen Akteuren auf positive Resonanz gestoßen sind:

„Im Rahmen der Europawoche fand gestern, am 07.05.2019, das zweite Kita-Netzwerktreffen von deutschen und tschechischen Kindertagesstätten mit Nachbarsprachangeboten in Klingenthal statt. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Verbesserung des Nachbarsprachangebotes und die Unterstützung der Kitas in der EUREGIO EGRENSIS. Eingeladen dazu hatte die EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen e. V. in Kooperation mit ihren tschechischen und bayerischen Kollegen.
Der Geschäftsführer der EUREGIO EGRENSIS AG Sachsen/Thüringen, Steffen Schönicke, informierte die Teilnehmer über die Ideen zur Weiterentwicklung des entstandenen Kita-Netzwerkes. Im Rahmen einer Projektförderung des Freistaates Sachsen wird es die Möglichkeit geben, eine tschechische Muttersprachlerin kontinuierlich in den Kitas einzusetzen. Damit soll den Kindern in der Grenzregion ein wöchentliches Sprachbad in der Nachbarsprache Tschechisch ermöglicht werden. Dieses kontinuierliche Angebot soll zusätzlich zu den bisherigen Projektaktivitäten der Kindergärten mit den Partnereinrichtungen in Tschechien umgesetzt werden.
Frau Cornelia Schmidt von der IBAS Beratungsstelle in Chemnitz informierte über die wichtigsten Dinge rund um das Thema Anerkennung und Qualifizierung von tschechischen Muttersprachlern, damit diese auch in deutschen Kindertageseinrichtungen eingesetzt werden können.
Weiterhin berichtete Frau Ivana Rieger, eine tschechische Muttersprachlerin, die seit 6 Jahren als Lehrerin u.a. die Fächer Deutsch, Mathe und Sport an der Grundschule in Klingenthal unterrichtet, von ihren Erfahrungen. Frau Rieger bietet bereits seit 4 Jahren auch das Ganztagsangebot „Tschechisch spielerisch“ an der Grundschule an. Gern möchte sie ihren Schülern auch praktische Einblicke in den Alltag der Nachbarn bieten und sucht dazu Partner sowie Unterstützung. Dabei ist die EUREGIO EGRENSIS natürlich gern behilflich!

Der Workshop fand im Rahmen des INTERREG V A Projektes CLARA3 statt.“

Frau Gerhardt wird gemeinsam mit der Sprachanimateurin Pavlina Kellerová  das in Zusammenarbeit mit der LaNa initiierte Euroregionale deutsch-tschechische Kita-Netzwerk der Euregio Egrensis auch am 14.05. in Prag auf der `Sächsisch-Tschechischen Konferenz zur Nachbarsprachbildung im Vorschulbereich´ vorstellen.

Im 2. Halbjahr starten dann die beiden vom Freistaat Sachsen geförderten Modellprojekte „Euroregionales deutsch-tschechisches Kita-Netzwerk“ in der Euregio Egrensis und „Euroregionales deutsch-polnisches Kita-Netzwerk“ im Landkreis Görlitz. Ihr Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit der im Bereich der frühen nachbarsprachigen Bildung aktiven Kitas vor Ort zu intensivieren und die pädagogische Arbeit in diesem Bereich weiter zu qualifizieren. Dazu werden insbesondere auch interessierte Kitas durch zusätzliches muttersprachliches Personal unterstützt. Konzipiert wurden die Modellprojekte in enger Zusammenarbeit zwischen SMK, LaNa und den beiden Modellregionen. Die LaNa übernimmt die fachliche Begleitung.

Selbstverständlich werden wir von dieser konkreten Unterstützung der Kitas in ihren Regionen hier auf dem Blog berichten- es bleibt spannend!

Deutsch-Polnische Begegnung mit und ohne Sprachbarrieren

„Was heißt Straße auf Polnisch?“ Oder wie beschreibt man, wie lange wir laufen werden? Diesen und anderen Fragen stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 2. Pilotkurses der deutsch-polnischen Fortbildung „Groß für Klein – Duzi dla małych: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Förderung der interkulturellen und nachbarsprachigen Bildung im Bereich der Vorschulerziehung“ am vergangenen Freitag. Anlass war eine Stadtrallye in Görlitz, bei der sie im polnisch-deutschen Tandem gemeinsam die Stadt erkundeten und dabei ganz nebenbei Sprachbarrieren überwanden. Nachdem Frau Brix, Lehrkraft am Beruflichen Schulzentrum „Christoph Lüders“ in Görlitz, die Aufgaben erklärt und verteilt hatte, war man sich schon unsicher, ob man das Ziel findet, sich verständigen kann und wie man sich verständigt. Die Herausforderungen lagen darin, das Ziel mit dem Stadtplan zu finden und dort Fragen in deutscher und polnischer Sprache zu beantworten. Alle Gruppen haben diese Hürden gemeistert, denn jede/r spricht ein paar Worte des anderen und fehlende Bezeichnungen wurden über Mimik und Gestik ausgetauscht. Die Auswertung war spannend, denn die einzelnen Höhepunkte waren gut ausgesucht: Ob die Glasarche an der Altstadtbrücke, die Muschelminna am Postplatz oder der Flüsterbogen – jede Gruppe hatte etwas zu berichten und alle wurden neugierig, die Görlitzer Sehenswürdigkeiten selbst zu besuchen.

Kurze Impulsvorträge zu den Ausbildungswegen, die es gibt, wenn man in Deutschlands oder in Polens Kindertagesstätten arbeiten möchte, folgten. Den Referaten schlossen sich viele Fragen an, denn die Unterschiede zwischen den Ländern sind deutlich erkennbar. Unterschiedliche Betreuungsschlüssel, Aufstiegsmöglichkeiten oder inhaltliche Themen wurden hinterfragt und gegenseitig beantwortet. Aufgefallen war vor allem, dass alle polnischen Kita-Fachkräfte als „Lehrer/innen“ bezeichnet werden und ein Hochschulstudium absolviert haben. In Deutschland hingegen arbeiten vor allem Absolventinnen und Absolventen der Erzieher-Fachschule in den Einrichtungen. Dennoch benötigt man in beiden Ländern mindestens fünf Jahre, bis man einen Abschluss erworben hat. Zu diesem Thema gab es besonders viele Fragen, auch das Interesse an der praktischen Arbeit im jeweils anderen Land war groß, weshalb auch in der Mittagspause noch darüber gesprochen wurde.

Nach diesem anregenden Austausch ging es gestärkt an den praktischen Teil des Tages. Alle deutschen Teilnehmenden lernten das polnische Lied „Krasnoludki“, alle polnischen Lehrer/innen sangen mit den deutschen Erzieher/innen den Klassiker „Lied über mich“ von Volker Rosin. Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in ihren Gruppen. Es konnte herzlich darüber gelacht werden, dass der Frosch in Deutschland „Quak, Quak“ macht und in Polen eher „Kum, Kum“. Während alle gemeinsam sangen und Texte sprachen, entstanden praktische Ideen für die deutsch-polnische Handreichung für die Kita-Praxis. Geordnet nach den vier Jahreszeiten, werden sich in der Handreichung Gedichte, Reime und Lieder finden. Am Ende der Fortbildung haben so alle Fachkräfte jederzeit praktische Möglichkeiten zur Hand, um im Alltag nachbarsprachige Angebote durchzuführen.

 

Für uns war dieser Tag wieder ein hervorragender Beleg dafür, dass das Lernen und Anwenden der Nachbarsprache mit Spaß, Freude und praktischen Erlebnissen verbunden sein kann. Alle Teilnehmenden haben sich sehr engagiert eingebracht und viele Impulse für die eigene Arbeit mitgenommen. Besonderer Dank gilt Frau Brix und ihren Erzieher-Fachschülern vom BSZ Görlitz für ihre kreative und engagierte Vorbereitung der Stadtrallye. Am 22. März wird es eine zweite Stadtrallye geben – dann bei unserem Partner DODN in Jelenia Gòra. Wir freuen uns schon jetzt sehr darauf.

 

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Der Trend geht zur „quersprachigen“ Mehrsprachigkeit

P_20170324_151555Am 24. und 25.03. war die LaNa für Sie, liebe Leserinnen und Leser des Blogs zur frühen nachbarsprachigen Bildung in Sachsens Grenzregionen, unterwegs auf der Leipziger Buchmesse. Neben neuen Materialien für die Arbeit mit der Nachbarsprache in der Kita oder zu Hause, haben wir auch Impulse aus der Wissenschaft in zwei Fachveranstaltungen für Sie aufgeschnappt: Der Trend geht zur „quersprachigen“ Mehrsprachigkeit weiterlesen