Partner-Kita in Tschechien finden? So geht’s!

DSC_0842Sie sind eine sächsische Kita in der Grenzregion zu Tschechien? Sie suchen den Austausch mit einer Kindertageseinrichtung über die Grenze hinweg? Sie fragen sich, wie Sie die Suche nach einer passenden Partner-Kita im Nachbarland Tschechien angehen sollen und wie die erste Kontaktaufnahme erfolgt?

Antworten zu diesen Fragen sowie Unterstützung – von der Kontaktaufnahme bis zur ersten Begegnung – bietet Ihnen eine sogenannte Kontaktlotsin bei unserem Kooperationspartner, dem Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem. Wie die Arbeit von Jana Nová aussieht, was beim Aufbau einer Partnerschaft dazugehört und wohin Sie sich wenden können, hat die LaNa für Sie hinterfragt:

Sehr geehrte Frau Nová, was verbirgt sich hinter dem Begriff Kontaktlotsin bzw. wie sieht Ihre Arbeit aus?

Die Kontaktlotsin ist eine Person, die deutsche und tschechische Einrichtungen bei der langfristigen und regelmäßigen Zusammenarbeit unterstützt. Außer mir sind noch zwei Kontaktlotsinnen bei Tandem tätig, die für den schulischen und für den außerschulischen Bereich zuständig sind. Ich kümmere mich um Einrichtungen, die mit Kindern von 3 bis 8 Jahren arbeiten, es geht vor allem um Kindergärten und Kinderhorte. Unsere Arbeit wird sehr erleichtert durch die online Kontaktdatenbank, in der sich alle registrieren können, die Partnereinrichtungen suchen. Gleichzeitig kann man in der Kontaktdatenbank selbst nach Partnern suchen. Unsere Aufgabe ist die Verwaltung der Datenbank, die Übersetzung der Einträge und dann die aktive Suche nach Partnerorganisationen im Nachbarland. Ich spreche im ersten Schritt die Einrichtungen an, die auf irgendeine Weise mit Tandem bereits in Kontakt stehen (Teilnehmende unserer Seminare oder Projekte, in der Kontaktdatenbank registrierte Einrichtungen). Wenn das keinen Erfolg bringt, suche ich neue Einrichtungen und spreche diese direkt an. Ich informiere diese auch über Projekte und Förderprogramme (Von klein auf – Odmalička, Fachkräfteaustausch), die Tandem anbietet, da mangelndes Geld für einige Akteure im Vorschulbereich ein großes Problem darstellt. In einigen Fällen reicht die gegenseitige Kontaktvermittlung bereits aus und die Einrichtungen kommen dann selbstständig zusammen.

Mit welchen Fragen richten sich die Kindergärten aus Tschechien und Deutschland an Sie? Wo liegt der größte Unterstützungsbedarf?

Die Einrichtungen brauchen vor allem Hilfe bei der Suche nach einer passenden Partnerorganisation. Des Weiteren fragen sie nach Möglichkeiten der Förderung und den Angeboten von Tandem.

Können Sie darstellen, wie der Aufbau einer grenzüberschreitenden Kita-Partnerschaft sich aus Ihrer Sicht gestaltet, also von der ersten Anfrage bis zur festen Partnerschaft? Müssen die Kitas zwingend Kenntnisse in den Nachbarsprachen mitbringen, um eine Partnerschaft aufzubauen?

Meiner Meinung nach ist das wichtigste bei der Entstehung von deutsch-tschechischen Partnerschaften die Begeisterung und Motivation der Pädagogen, im Idealfall auch der Eltern der Kinder und die Unterstützung der Einrichtungsleitung. Die Organisationen sollten wissen, welches Ziel sie haben und was sie von der Partnerschaft erwarten. Der nächste Schritt ist die Suche von Partnereinrichtungen. Es kann sinnvoll sein, an deutsch-tschechischen Seminaren teilzunehmen und vor Ort Kontakte zu knüpfen. Des Weiteren können private Kontakte, die Eltern, Partnerstädte und natürlich Tandem behilflich sein. So können die Medinauti unseres Projekts Nachbarwelten-Sousední světy und das Kontaktlotsinnenteam die beteiligten Organisationen unterstützen. In jedem Fall aber sollten die Einrichtungen selbst aktiv sein. So kann man bei der Suche von Einrichtungen im Nachbarland zum Beispiel die Tipps auf unserer Website benutzen. Nach dem Finden einer Partnerorganisation folgt meistens ein erstes Planungstreffen für die Pädagogen, wo konkrete Vorhaben oder Vorstellungen besprochen werden. Dann kann schon die Begegnung mit den Kindern stattfinden. Kenntnisse in der jeweiligen Nachbarsprache sind von Vorteil, aber nicht nötig. Die Kindergärten können Hilfe von Eltern, Bekannten, Dolmetschern, in beschränktem Maße auch der Medinauti (während der Ausflüge im Rahmen des Projekts) oder von uns in Anspruch nehmen. Aus den Mitteln der Programme Odmalička und Von klein auf können die Kindergärten auch Sprachmittler und Sprachmittlerinnen sowie Sprachanimateure und Sprachanimateurinnen bezahlen. In deutschen Schulen und Kindergärten arbeiten außerdem auch viele tschechische Pädagogen und Pädagoginnen, was eine unkomplizierte Kommunikation möglich macht.

Begleiten Sie ausschließlich den Aufbau neuer deutsch-tschechischer Partnerschaften oder können sich auch Kitas an Sie wenden, wo es Gesprächsbedarf in einer aktiven Partnerschaft gibt?

Zurzeit wenden sich nur Einrichtungen an mich, die erst einen Projektpartner suchen. Unser Ziel ist aber auch die Unterstützung von aktiven Partnerschaften, also können sich auch diese gerne bei uns melden.

Gibt es zurzeit Einrichtungen in Tschechien, die auf der Such nach einer deutschen Partnerkita sind oder andersherum? Sind Sie vielleicht auf der Suche nach interessierten Einrichtungen?

Ja, zurzeit sind in unserer Kontaktdatenbank vier tschechische Kindergärten registriert und Dank des Projektes Nachbarwelten-Sousední světy sind wir in Kontakt mit weiteren tschechischen Schulen und Kindergärten entlang der gesamten deutsch-tschechischen Grenze. Wenn eine deutsche Einrichtung Näheres erfahren möchte oder Interesse an einer Zusammenarbeit hat, muss sie sich nur bei uns melden.

Die LaNa bedankt sich bei Jana Nová für die Einblicke in Ihre Arbeit als Kontaktlotsin bei Tandem. Wir wünschen Ihr weiterhin viele interessierte Einrichtungen, die eine grenzüberschreitende Partnerschaft aufbauen möchten. 

Mehr Informationen und den Kontakt zu Jana Nová finden Sie unter: www.sousednisvety.info/kontaktik. 

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